Praxis Dr. Metzlaff

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Impfungen Hund / Katze

Bei den Impfungen halten wir uns an die Leitlinien zur Impfung von Kleintieren des bpt (Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V. ), um überflüssige Impfungen zu vermeiden.
(aus: Leitlinien zur Impfung von Kleintieren des bpt, Juli 2013, Beilage zum Deutschen Tierärzteblatt 7/2013)

Impfempfehlung Hund:

Grundimmunisierung (alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren)

Im Alter von

  • 8 Lebenswochen: HCC, Leptospirose, Parvovirose, Staupe
  • 12 Lebenswochen: HCC, Leptospirose, Parvovirose, Staupe, Tollwut
  • 16 Lebenswochen: HCC, Parvovirose, Staupe, Tollwut
  • 15 Lebensmonaten: HCC, Leptospirose, Parvovirose, Staupe, Tollwut

Wiederholungsimpfungen

  • Leptospirose: jährlich
  • Zwingerhusten: jährlich, bei starker Gefährdung: halbjährlich
  • HCC, Parvovirose, Staupe: ab dem 2. Lebensjahr in dreijährigen Rhythmus
  • Tollwut: entsprechend des Herstellers jedes Jahr oder alle 3 Jahre

 

Impfempfehlung Katze:

Grundimmunisierung (alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren)

Im Alter von

  • 8 Lebenswochen: RCP
  • 12 Lebenswochen: RCP, Tollwut bei Freigängern
  • 16 Lebenswochen: RCP, Tollwut bei Freigängern
  • 15 Lebensmonaten: RCP, Tollwut bei Freigängern

Wiederholungsimpfungen

  • Rhinotracheitisvirus ( Felines Herpesvirus) und Felines Calicivirus (RC): jährlich
  • Feline Panleukopenie (P): alle 2-3 Jahre (je nach Impfstoff)
  • Tollwut: entsprechend des Herstellers jedes Jahr oder alle 3 Jahre

 

Kurze Fachinformationen zu den einzelnen Infektionskrankheiten des Hundes, gegen die geimpft werden kann


(aus: Leitlinien zur Impfung von Kleintieren des bpt, Juli 2013, Beilage zum Deutschen Tierärzteblatt 7/2013)


1. Bordetella- bronchiseptica- Infektion

Dieses Bakterium als wichtiger Verursacher des Zwingerhustens kommt weltweit vor. Das breite Wirtspektrum reicht von Mensch über Nager und Schwein bis zum Hund und zur Katze.
Infizieren kann man sich über Tröpfchen und Aerosole.
Nach einer Inkubationszeit von einer knappen Woche besiedelt B. bronchiseptica das respiratorische Epithel und vermehrt sich auf den Zilien der Epithelzellen. Eine Zerstörung der Zilien ist die Folge. Die lokale Antikörperproduktion führt beim Hund in der Regel nach ca. 3 Monaten zur Eliminierung des Erregers aus dem Respirationstrakt.
Typisch ist ein mit Würgen verbundener Husten eines ansonsten fitten Tieres. Der Husten ist anfangs trocken, spätere Schleimbildung sowie seröser Nasenausfluss ist möglich.
Behandelt werden kann die Infektion mit einer Antibiotikagabe über 7- 21 Tage. Unterstützend werden Antitussiva (Mittel gegen den Husten) und Bronchodilatatoren eingesetzt.
Prophylaktisch sollte geimpft werden!

2. Canines Herpesvirus (CHV)

Das Virus ist ein wichtiger Erreger von Fruchtbarkeitsstörungen des Hundes, bekannt auch unter dem Namen Welpensterben. Ausgeschieden wird das Virus über Sekrete (Vaginalsekret, Nasensekret etc.), daher infizieren sich die Welpen beim Geburtsvorgang. Das Virus bleibt lebenslänglich im Körper des infizierten Tieres (so genannte latente Infektion). Es wandert zu den Nervenzellen der Trigeminal- und Sakralganglien und vermehrt sich bei einer Immunschwäche (Stress, Kälte, Geburt etc.).
Das klinische Bild ist abhängig vom Zeitpunkt der Infektion der Feten/ Welpen. Lebensschwache Welpen können geboren werden oder ein plötzliches Welpensterben ist die Folge. Eine Erkrankung des Muttertieres ist selten.
Prophylaktisch kann die Hündin vor der Geburt geimpft werden, die Welpen sind dann in den ersten Tagen durch maternale Antikörper geschützt.

3. Canines Parvovirus (CPV)

Dieses Virus verursacht vor allem bei jungen Hunden zwischen 6- 14 Wochen starken Durchfall und Erbrechen.
Der hoch infektiöse Erreger wird mit dem Kot infizierter Tiere ausgeschieden. Nur ein Gramm Fäzes kann dabei eine Million Hunde anstecken! Außerdem ist es überaus widerstandsfähig in der Umwelt.
Nach der oralen Aufnahme wandert das Virus zu den lymphatischen Geweben es Nasen- Rachen- Raums und schließlich zu den Peyerschen Platten.Von hier aus kommt es zu einer Infektion des Darmepithels mit der damit verbundenen Schädigung bzw. vollständigen Zerstörung des Darmepithels. Folge ist eine hämorrhagische Gastroenteritis in Form von blutigem Durchfall und Erbrechen. Durch die Virusvermehrung im Knochenmark entsteht häufig eine Lympho- und Leukopenie.
Das Virus lässt sich mithilfe einer Kotprobe nachweisen.
Prophylaktisch sollte geimpft werden!

4. Hepatitis contagiosa canis (HCC)

Das canine Adenovirus 1 (CAV-1) verursacht beim Hund eine ansteckende Leberentzündung. Es kann über Kot und Urin ausgeschieden werden und infiziert ausschließlich Caniden. Durch die Schädigung der Leber-, Immun- und auskleidenden Endothelzellen der Gefäße und der Nieren werden Gelbsucht und Durchfall, selten auch Gehirnentzündungen beobachtet.
Das Virus kann im Urin infizierter Tiere nachgewiesen werden.
Prophylaktisch sollte geimpft werden!
Zum Glück ist durch eine konsequente Vakzinierung der Erreger in der deutschen Hundepopulation so gut wie ganz verdrängt worden.

5. Leptospirose

Leptospirose wird durch Spirochäten der Gattung Leptospira verursacht. Es handelt sich bei dieser Infektion um eine Zoonose, d.h. neben Haus- Wild- und Nutztieren kann auch der Mensch erkranken. Das Bakterium persistiert in den Nieren und wird über den Urin ausgeschieden. Vor allem Wildtiere wie Mäuse und Ratten gelten als wichtige Reservoirtiere und tragen somit zur Verbreitung bei. Es erkranken alle Altersgruppen, junge Tiere unter 6 Monaten jedoch am stärksten.
Leptospiren können aktiv über Schleimhäute oder Hautläsionen in den Organismus eindringen. Infizieren kann man sich auch über die orale Aufnahme oder bei der direkten Übertragung beispielsweise bei Bissen. Besonders warme, stehende Gewässer ( in denen sich der Erreger bevorzugt aufhält) stellen eine Gefahr da, wenn ein Hund daraus trinkt.
Nach der Aufnahme vermehrt sich der Erreger im Blut und breitet sich in verschiedenen Organen wie Nieren, Leber, Milz und Augen aus.
Folge ist eine Leber- und Nierenfunktionsstörung sowie eine Gerinnungsstörung.
Leptospiren lassen sich mithilfe von Blut- und Urinproben nachweisen.
Sehr wichtig ist eine sofortige Therapie mit Antibiotika. Prophylaktisch sollte geimpft werden, da es sich bei der Leptospirose um eine Zoonose handelt und man Reservoirwirte wie Ratten und Mäuse nie gänzlich bekämpfen kann.

6. Lyme- Borreliose

Die Lyme- Borreliose wird durch Borrelia burgdoferi senus lato verursacht. Dieser Komplex umfasst eine Vielzahl von Borrelienarten. In der Tiermedizin wurde bisher nur für B. burgdoferi sensu stricto eine Pathogenität beim Hund bestätigt.
Übertragen wird der Erreger durch den Gemeinen Holzbock (Zecke) auf Säugetiere (auch den Menschen) und Vögel.
Zeckennymphen und -larven nehmen die Borrelien während das Blutsaugens bei Mäusen etc. auf und übertragen sie später als adulte Zecke auf einen neuen Wirt, z. B. den Hund. Wichtig ist, dass die Übertragung der Erreger in der Regel erst 24 Stunden nach Beginn der Blutmahlzeit auf den Wirt erfolgt.
Während beim Menschen drei klinische Stadien der Borreliose bekannt sind, ist beim Hund bisher nur die akute Arthitis experimentell bei einer Infektion mit B. burgdoferi senu stricto bewiesen worden. Es gibt einzelne Fallberichte zu kardialen und neurologischen Veränderungen, ein kausaler Zusammenhang wurde jedoch nicht bestätigt. Bei einigen Hunderassen wie beim Berner Sennenhund wurden Glomerulonephritiden beobachtet, bei denen Immunkomplexe mit spezifischen Borrelienantigenen in den Nieren nachgewiesen wurden.
Man kann sowohl Antikörper mittelst einer Blutprobe als auch einen direkten Erregernachweis ( mittelst einer Zeckenprobe) bei Verdacht bestimmen.
Behandelt wird die Lyme- Borreliose mit Antibiotika.
Vorbeugend ist ein zuverlässiger Zeckenschutz (z. B. durch Spot- on- Präparate) sowie eine tägliche Kontrolle seines Tieres zur Zeckensaison sinnvoll, denn eine Übertragung findet in der Regel erst 18- 24 Stunden nach dem Zeckenbiss statt. Eine Impfung ist ebenfalls möglich.

7. Staupe, Canines Distemper Virus (CDV)

Bei der Staupe handelt es sich um ein Paramyxovirus, das eng mit dem Masernvirus des Menschen verwandt ist. Es ist im Gegensatz zum Parvovirus sehr labil in der Umwelt und wird daher schnell inaktiviert.
Das Virus befällt neben den Caniden auch Katzen und andere carnivore Tiere. Marder beispielsweise sind häufig Träger und erkranken sehr schwer.
Hunde erkranken durch direkten Kontakt mit anderen infizierten Tieren.
Nach einer oronasalen Infektion vermehrt sich der Erreger in lymphatischen Geweben des Nasen- Rachen- Raums und gelangt anschließend in praktisch alle Organe. Je nach Schwerpunkt der Virusvermehrung resultiert ein unterschiedliches klinisches Bild in Form einer Pneumonie (Lungenentzündung) über Enteritis (Darmentzündung) bishin zu einer Enzephalitis (Gehirnentzündung).
Meist endet die Infektion tödlich, überlebende Tiere leiden häufig lebenslang an neurologischen Anfallserscheinungen.
Der Virusnachweis ist sehr schwierig. Bewährt haben sich für die Praxis der Nachweis mittelst einer Urinprobe, aus der man nach einer Zentrifugation den Erreger im Harnblasenepithel feststellen kann.
Behandeln lässt sich Staupe mithilfe von Antibiotika.
Prophylaktisch sollte geimpft werden, besonders Jagdhunde sind gefährdet.

8. Tollwut

Die Tollwut ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und Zoonose. Deutschland ist seit 2008 dank effektiver Bekämpfungsmaßnahmen offiziell frei von der terrestischen Tollwut.
Eine Impfung ist jedoch weiterhin erforderlich, vor allem für Reisen innerhalb der EU. Desweiteren sind geimpfte Tiere nach der derzeit gültigen Tollwutverordnung besser gestellt, da von ihrer Tötung nach einer Exposition mit einem tollwutinfizierten Tier unter Umständen abgesehen werden kann.
Das Virus wird durch den Speichel infizierter Tiere übertragen, i.d.R. durch einen Biss oder durch eine Kontamination von Hautläsionen. Der Erreger wandert die peripheren Nervenbahnen bis zu den Spinalganglien im ZNS entlang, vermehrt sich dort und breitet sich schließlich im Gehirn aus. Über die Speicheldrüsen wird das Virus mit dem Speichel ausgeschieden.
Die Inkubationszeit bis zum Ausbruch zentralnervöser Störungen beträgt 2- z. T. 24 Wochen.
Über drei Phasen des klinischen Verlaufs erfolgt nach 1- 7 Tagen der Tod.
Es gibt derzeit keinen sicheren Nachweis am lebenden Tier, sodass für den Nachweis eine Euthanasie des verdächtigen Tieres notwendig ist.
Therapieversuche sind verboten.

9. Zwingerhustenkomplex

Bei diesem Komplex sind verschiedene Viren und Bakterien ursächlich beteiligt.Von besonderer Bedeutung sind vor allem das Parainfluenzavirus Typ 2, Bordetella bronchiseptica und das canine Adenovirus Typ 2.
Die Übertragung erfolgt aerogen oder oronasal.
Bei Stresseinwirkung auf das Tier, wie z. B. bei schlechten Haltungsbedingungen oder zu anstrengendem Training, kann sich nach einer ca. einwöchigen Inkubationszeit ein starker Husten manifestieren.
Fieber, Pharyngitis, Tonsillitis, Konjunktivitis und eine Rhinitis können ihn begleiten.
Prophylaktisch kann mithilfe von Lebenvakzinen intranasal geimpft werden.

 

Kurze Fachinformation zu einzelnen Infektionskrankheiten der Katze


(aus: Leitlinien zur Impfung von Kleintieren des bpt, Juli 2013, Beilage zurm Deutschen Tierärzteblatt 7/2013)
Nolte, I. und Yin, S.A. (2007): Praxisleitfaden Hund und Katze. Schlütersche, Hannover.)

1. Bordetella- bronchiseptica- Infektion

B. bronchiseptica ist ein Bakterium, das weltweit vorkommt. Das breite Wirtsspektrum umfasst den Menschen, Nager, Schweine, Hunde und Katzen.
Übertragbar ist der Erreger mittelst Tröpfchen und Aerosole.
B. bronchiseptica zählt neben dem felinen Herpesvirus und dem felinen Calicivirus zu den Mitverursachern des Katzenschnupfens.
Das Bakterium befällt während einer Inkubationszeit von ca. 6 Tagen dass respiratorische Epithel, vermehrt sich auf den Zilien der Epithelzellen und zerstört diese schließlich.
Bei einer isolierten Infektion mit B. bronchiseptica zeigt die Katze milde Symptome einer Erkältung - Schnupfen, Nasenausfluss und Husten sind die Folge.
Behandelt wird mit einem Antibiotikum, unterstützend hilft auch die Gabe von Glukokortikoiden, Antitussiva und Bronchodilatatoren.

2. Chlamydien- Infektion


Chlamydien sind obligat intrazellulär lebende Bakterien.
Besonders anfällig für eine Chlamydieninfektion sind junge Katzenwelpen im Alter von 2- 12 Monaten. Welpen unter 8 Wochen stehen noch unter dem Schutz maternaler Antikörper.
Übertragen werden die Bakterien durch den direkten Kontakt von Katze zu Katze, durch Aerosole oder während der Geburt.
Nach einer Infektion der Schleimhäute und der Vermehrung in deren Epithelzellen wandert Chlamydophila felis in tiefer liegende Gewebe anderer Organe wie Lunge, Leber, Milz, Niere und Darm. Entzündungsreaktionen in Form von Fieber, Augenausfluss, einer Konjunktivitis und Schnupfen sind die Folge. Das Allgemeinbefinden bleibt weitgehend ungestört, die infizierte Katze frisst i.d.R. gut.
Nachweisen lässt sich der Organismus durch Schleimhautabstriche der Konjunktiven, der Nasenschleimhaut etc.
Therapeutisch stehen Antibiotika zur Verfügung.
Prophylaktisch sollte bei hohem Infektionsdruck (z.B. in Tierheimen, Zuchtbeständen) eine Impfung durchgeführt werden. Weiterhin ist auch auf eine strenge Hygiene zu achten.

3. Felines Herpesvirus (FHV)/ Felines Calicivirus (FCV)

Das feline Herpesvirus und das feline Calicivirus gehören zu den Verursachern des Katzenschnupfens. Auch die oben vorgestellten Chlamydien kommen als Erreger in Frage.
Nachweisen lassen sich beide Viren mittelst eines Maul- oder Nasenabstrichs.
Prophylaktisch sollte geimpft werden, auch reine Wohnungskatzen!

4. Feline Infektiöse Peritonitis (FIP)/ Felines Coronavirus (FcoV)
 
Feline Coronaviren (FCoV) können durch direkten Kontakt mit persistent infizierten Katzen oder indirekt durch kontaminierte Gegenstände (Schuhe, Katzentoilette etc.) auf empfängliche Katzen übertragen werden. Über die Maulhöhle gelangt das Virus in den Darm, wo es sich vermehrt (vor allem im Colon). Infizierte und virämische Katzen zeigen jedoch kaum klinische Symptome. Erst eine Mutation des Coronavirus zu einem FIP- Virus führt zu klinischen Veränderungen wie Fieber, Fressunlust , Apathie etc.
Meistens sind Katzenwelpen von 6 Wochen bereits infiziert, das Immunsystem ist jedoch durch die zelluläre Immunabwehr in der Lage, die Replikation des Virus unter Kontrolle zu halten. Mit zunehmenden Alter der Katze ist damit bei rund 90- 95 % der Katzen die Infektion überstanden. Nur bei einem kleinen Teil kommt es bis zum Alter von 12 Monaten zur Ausbildung einer Felinen Infektiösen Peritonitis. Es wird bei der Ausprägung zwischen einer feuchten und einer trockenen Form unterschieden.
Bei der feuchten Form entwickelten sich eine Peritonitis - das Abdomen ist erweitert und kann schmerzhaft sein. Es entsteht ein visköses, gelbes Exsudat. Eine Pleuritis führt zu Atembeschwerden.
Bei der trockenen Form ist intermittierendes Fieber, Anorexie sowie Minderwuchs bei Katzenwelpen auffallend.
Katzen zeigen meist zunächst eine Episode der feuchten Form, die zum Teil nicht bemerkt wird. Es folgt die trockene Form. Der Organismus bringt in dieser Phase entweder das Virus unter Kontrolle oder die Erkrankung verschlimmert sich. 15 % der Todesfälle bei FIP sind Folge der feuchten Form.
Der Nachweis ist recht schwierig und basiert auf klinischen Symptomen sowie Laboruntersuchungen.
Eine Therapie bei einer ausgebrochenen FIP ist derzeit nicht bekannt.
Prophylaktisch sollte man den Infektionsdruck so stark wie möglich minimieren, z.B. durch die Haltung von Katzen in kleinen Gruppen und Hygienemaßnahmen.
Eine Impfung ist möglich, macht aber nur dann Sinn, wenn die Tiere zum Zeitpunkt der Impfung im Alter von 16- 20 Wochen noch keinen Kontakt zu dem FcoV hatten.

5. Felines Leukämievirus (FeLV)

Das Feline Leukämievirus gehört wie das Feline Immundefizienzvirus (FIV) zu den Retroviren.
Das Virus wird durch direkten Kontakt von asymptomatischen Ausscheidern auf empfängliche Tiere übertragen. Über die Schleimhaut der Maul- und Nasenhöhle gelangt es über das Blut ins Knochenmark und repliziert sich dort. Folge ist eine Virämie mit sekundärem Befall aller Körperorgane. Die Virämie ist i.d.R. nicht mit klinischen Symptomen verbunden, was es dem Tierhalter unmöglich macht, Anzeichen für die Erkrankung zu erkennen. Bei einem intakten Immunsystem bilden die Katzen virusneutralisierende Antikörper, die sie gegen erneute Infektionen weitgehend schützen.
Sollte dies nicht der Fall sein, entwickelt die infizierte Katze am häufigsten eine aplastische Anämie, da die Erythrozytensynthese massiv gehemmt ist. Durch die zunehmende Immunschwäche leidet die Katze an sekundären Infektionen. Neoplastische Veränderungen des lymphatischen und zum Teil auch des myeloischen Systems können ebenfalls festgestellt werden.
Nachweisen lässt sich FeLV bei uns in der Praxis mittelst eines Schnelltests.
Auch kann eine Impfung vorgenommen werden. Sinnvoll ist jedoch vorher der Nachweis mittelst eines Schnelltests, um festzustellen, ob Ihre Katze bereits Antikörper gegen FeLV gebildet hat.

6. Felines Panleukopenievirus (FPV)

Das für das canine Parvovirus (CPV) beim Hund (s.o.) Geschriebene gilt gleichermaßen für die feline Panleukopenie, auch unter dem Namen Katzenseuche oder Katzenstaupe bekannt.
FPV wird auch in großen Mengen über den Kot infizierter Katzen ausgeschieden und bleibt lange Zeit in der Umwelt infektiös. Daher ist eine Infizierung von Wohnungskatzen durch das Einschleppen durch den Besitzer ( durch verdreckte Kleidung oder die Schuhe) jederzeit möglich.
Zu dem Wirtspektum des Erregers zählen alle Feliden und auch der Waschbär und Marderartige.
Wichtig ist, dass auch Katzen für eine Infektion mit dem caninen Parvovirus empfänglich sind und somit Parvovirus- infizierte Hunde Katzen anstecken können!
Durch die Replikation in sich schnell teilenden Zellen wie dem Darm, lymphatischer Organe und dem Knochenmark zeigt sich eine hämorrhagische Gastroenteritis. Werden trächtige Katzen infiziert, sterben die Feten i.d.R. ab. Es kann aber auch das Kleinhirn der Feten infiziert werden und es kommt zu der Geburt koordinationsgestörter Welpen.
Vorbeugend sollte geimpft werden, auch Wohnungskatzen!

7. Felines Immundefizienz Virus (FIV)

Vielen ist FIV unter dem Begriff "Katzenaids" ein Begriff.
Über vier Stadien entwickelt sich die Pathogenese des Virus, dazu gehören Immuninsuffizienz, Krebs (bes. Lymphom und myeloproliferative Störungen) und neurologische Erkrankungen. Letztendlich kollabiert das Immunsystem und die Tiere sterben an einer Sekundärinfektion. Wann dieses Endstadium eintritt, ist sehr unterschiedlich ( meist nach 4- 8 Jahre).
5 % der mit FIV infizierten Katzen leiden auch an FeLV und umgekehrt.
Die Inzidenz von Krebs steigt um das sechsfache bei dem Vorliegen von FIV, um das sechzigfache bei FeLV und sogar um das achzigfachte bei beiden Infektionen.
FIV lässt sich mittelst eines Schnelltest oder einer Blutprobe nachweisen.
Infizierte Tiere sollten nicht frei herumlaufen, um eine Infektion anderer Katzen zu vermeiden.
Therapieren lässt sich leider nur symptomatisch.